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Unsere Kirche

Die Anker-Gottes-Kirche wurde als markanter, zehneckiger Bau, etwas zurückgezogen im Hintergrund der alten Kirchenanlage, abseits der verkehrsreichen Einfallstraße errichtet und am Palmsonntag 1972 geweiht. Entworfen von dem Kieler Architekten Otto Schnittger, bildet er einen harmonischen Kontrast zum alten Kirchsaal seines Vaters.

Das einem Zeltlager nachgestaltete Kupferdach, das - von innen betrachtet - über einem Band aus Licht zu schweben scheint, gemahnt an Hebräer 13,14: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir - ein Leitgedanke des kirchlichen Aufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Zugleich lassen sich die vier aufragenden Giebel auch als ein auf Erden ruhender Anker deuten.

In den umlaufenden Lichtbändern von Johannes Beeck, Nettetal, leuchtet Kathedralglas aus Chartre. Die kupfergefassten Prinzipalien (Altar, Taufe, Kanzel) sowie das große Strahlenkreuz, den Tauf- und die Altarleuchter fügte der Berliner Bildhauer Paul Brandenburg zu einem einheitlichen Ensemble. Kleine darauf angebrachte Bronzereliefs weisen mit Blutstropfen und Wundmalen, die zugleich Wein und Brot andeuten, auf das Heilswerk Jesu und seine Gegenwart im Heiligen Mahl. Ähnlich gestaltet sind auch die Portalgriffe.

Das Votivschiff nach einem historischen Vorbild ist eine Arbeit des Laboer Modellbauers Erich Belkner. Kirchenbänke aus Esche geben dem Raum eine warme Atmosphäre. 1992 kamen Wandleuchter und hinter dem Altar ein Abendmahlsschrein mit Kruzifix hinzu. Im gleichen Jahr wurde im Eingang die ausgediente erste Laboer Kirchenglocke von 1926 aufgestellt.

Jüngster Teil der Ausstattung ist die Orgel. Ihre Finanzierung allein durch Spenden und Erlöse fand 10 Jahre lang breite Unterstützung und trug ihr bei der Einweihung 2006 den Beinamen „Bürgerorgel" ein. Das mechanische Instrument aus dem Traditionshaus Seifert im niederrheinischen Kevelaer verfügt über 21 klingende Register und, einzig im Ostseebad Laboe, eine sanft schwingende „Laue Bö". Die Vorgängerorgel aus dem alten Kirchsaal dient jetzt in einer Internatskapelle in Nancy als Schulinstrument.

Friedhofskapelle

Die Jugendstilhalle von 1912 wurde 1987 nach der Errichtung neuer Abschieds- und Personalräume nach Plänen der Preetzer Architekten Renate Borchert und Gunnar Seidel erweitert und erhielt einen mit Holzschindeln gedeckten Dachreiter, der vom Landeskrankenhaus Neustadt übernommen wurde. Dank vieler Spenden konnte 1989 das verbrauchte Harmonium durch eine Truhenorgel mit vier Holzregistern ersetzt werden. 1994 kam ein frei stehender hölzerner Glockenturm hinzu, der die größere der beiden ehemaligen Kirchenglocken trägt.

Text: Dietwulf Olwig